Unsere Duschgewohnheiten
Viele reden von der Notwendigkeit, Energie und Wasser zu sparen, um auf diesem Wege auch einen ganz persönlichen Beitrag zu leisten, unsere Umwelt zu entlasten. Wenn es dann aber zum Schwur kommt, realisiert so mancher in seinem ganz persönlichen Umfeld die guten Vorsätze oder Appelle, die er möglicherweise sogar an seine Mitmenschen gerichtet hat, nicht oder nur ungenügend. Ein ganz prägnantes Beispiel, wo viele von uns so ganz und gar nicht von ihren Gewohnheiten lassen möchten, sind unsere Dusch- und Badegewohnheiten. Wehe es wagt einer zu kritisieren, wenn Frau X jeden zweiten Tag ihr Wohlfühlbad benötigt, ein Vollbad versteht sich. Auf diesen Luxus möchte sie auf gar keinen Fall verzichten – man gönnt sich ja sonst nichts. Um eine Badewanne für ein Vollbad zu befüllen, werden ungefähr 150 l Wasser benötigt. Das Badewasser sollte eine Temperatur von mindestens 40 Grad Celsius haben, damit sich der Badegast auch wohlfühlt. Um 150 Liter Wasser auf diese Temperatur zu erhitzen, wird eine Energiemenge von ungefähr 3,5 kWh benötigt. Da Elektroenergie in den heutigen Tagen bei einem Preis von über 20 Cent pro kWh angelangt ist, wird für ein Vollbad bis zu einem Euro an Energie und Wasserkosten verbraten. Wir meinen, uns das leisten zu dürfen. Unser Budget würde das locker decken. Und beim eigenen Wohlfühlen hört unser Umweltbewusstsein sowieso auf, wie anfangs hier behauptet. Gleiches sinnloses Vergeuden von Energie und Wasser findet beim Duschen statt, das Wasser läuft beim gesamten Duschvorgang an unserem Körper herunter und verschwindet im Abfluss. Das ganze schöne warme Wasser im Abfluss, das muss man sich einmal vorstellen. Der Verfasser dieses Artikel hat es sich zur Gewohnheit gemacht, einen Eimer mit gut temperiertem Wasser volllaufen zu lassen und sich dann mit einem Schöpfgefäß das Wasser über den Körper zu schütten. Nach dem Einseifen und Reinigen des Körpers sind immer noch mehr als drei Viertel des Wassers im Eimer verblieben, die locker ausreichen, um sämtlichen Schaum hinweg zu spülen. Wem das missfällt, sollte wenigstens das Wasser abdrehen, nachdem er sich unter der Dusche ausreichend nassgemacht hat und nur zum Abspülen wieder aufdrehen. Ich sehe schon viele, die diesen Artikel lesen, sich mit der Hand an den Kopf fassen. Das, was hier geschrieben wurde, sei dann doch übertrieben, wenn nicht sogar schwachsinnig. Es ist aber nicht einzusehen, warum soviel Wasser und soviel Energie durch den Ausfluss gehen muss, währenddessen in anderen Teilen der Welt Menschen nicht einmal über sauberes Wasser verfügen oder kein Holz mehr zum Kochen haben.
