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Müll in Afrika

Als ich das erste mal in Afrika war, genauer gesagt in der Hauptstadt der Republik Ghana, fielen mir schon nach wenigen Tagen gravierende Umweltsünden ins Auge. Das erste was ich bemerkte, waren überall herumfliegende schwarze Plastiktüten. Wenn eine Frau zum Markt geht, um Lebensmittel für die Familie zu kaufen, verwendete man früher traditionell geflochtene Körbe, um die Waren nach Hause zu tragen. Seit etwa einem Jahrzehnt hat sich die Unsitte ausgebreitet, dass die Händler für alles was man auf dem Markt kauft, eine Plastiktüte beizugeben. Schnell hat man dann im Haus eine Unzahl jener schwarzer Plastiktüten und weiß nicht wohin damit. Auch gibt es immer mehr Supermärkte, in denen diese Unsitte ebenso praktiziert wird. Die Plastiktüten kosten nichts und so geht man sehr sorglos mit diesen um und wirft sie bei nächster Gelegenheit weg. Ich fand es frappierend, mit welcher Selbstverständlichkeit die Leute die schwarzen Tüten überall dort wegwarfen, wo sie ihnen gerade aus den Händen fielen.

In den Haushalten gibt es keine Mülltrennung. Private Müllentsorgungsunternehmen, manchmal nur aus einer Person bestehend, fahren kreuz und quer in der Stadt herum und nehmen den Müll der Haushalte gegen einen kleinen Obolus entgegen. Ein System ist da nicht zu erkennen. Der gesamte Müll wird dann auf zentralen Müllplätzen abgeladen, die bis vor einigen Jahren oftmals noch mitten in bewohnten Gegenden lagen. Dort brennt es so gut wie immer und beißender Qualm von brennenden Plastiktüten zieht durch die Gegend. Tüten, die davon geweht werden bevor sie verbrennen, fliegen in alle Himmelsrichtungen. Behördlich wurden innerstädtische Müllplätze in den letzten Jahren untersagt und so sieht man jetzt die brennenden Müllhalden außerhalb der Städte.

Die am dichtesten befahrenen Straßen sind immer von Staus betroffen. Dies nutzen Straßenhändler, um ihre Waren feil zu bieten. Dazu zählt Ice Water, das in kleinen etwa ein Viertel Liter Wasser fassenden Plastikbeuteln verkauft wird, die zuvor gekühlt worden waren. Diese öffnet man mit den Zähnen und nachdem das Wasser ausgetrunken ist, landen die Plastikbeutel im kühnen Schwung durch das Autofenster, na wo wohl ... am Straßenrand. Da es keine städtischen Straßenreinigungsunternehmen gibt, sind die Ränder der Magistralen völlig vermüllt. In Wohngegenden haben Anwohner diesen Missstand selbst unter Kontrolle genommen und man sieht deutlich den Unterschied. Es ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, damit die Menschen erkennen, dass sie das Bild ihrer Stadt durch ihre eigene Unachtsamkeit verschandeln. Die schwarzen Plastiktüten sollten in den Märkten nicht mehr kostenfrei dem Kauf beigegeben werden dürfen. In Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas, scheint das schon gefruchtet zu haben, denn die Stadt vermittelt einen deutlich ordentlicheren Eindruck als viele Teile der Hauptstadt.

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